Leseproben aus: Erich Maria Remarque, Arc de Triomphe



S. 162 ff., 224 f., 414 ff.



[1] Ravic, Arzt und illegaler deutscher Flüchtling in Paris, trifft sich mit seinem Freund Morosow, einem russischen Emigranten (der als Türsteher bei einem Nachtclub arbeitet) im Restaurant Fouquet’s. (S. 162 ff.)

[2] Ravic und Joan verbindet eine schwierige Liebe; sie fahren für kurze Zeit an die Côte d’Azur. Ravic hat Glück im Spielcasino. (S. 224 f.)

[3] Ravic hat den Gestapo-Folterer Haake, den er in Paris entdeckt hat, umgebracht. Anschließend stellt er sich vor, wie diese Tat eigentlich hätte verlaufen sollen. (S. 414 ff.)





[1]

Ravic, Arzt und illegaler deutscher Flüchtling in Paris, trifft sich mit seinem Freund Morosow, einem russischen Emigranten (der als Türsteher bei einem Nachtclub arbeitet) im Restaurant Fouquet’s. (S. 162 ff.)

Der Abend war feucht und warm. Zerrissene Wolken zogen niedrig über die Stadt. Vor dem Restaurant Fouquet’s waren runde Koksöfen aufgestellt. Ein paar Tische und Stühle standen darum herum. An, einem Morosow. Er winkte Ravic zu. »Komm, trink was mit mir.«

Ravic setzte sich zu ihm. »Wir sitzen zuviel in Zimmern«, erklärte Morosow. »Ist dir das schon mal aufgefallen?«

»Du nicht. Du stehst ja dauernd auf der Straße vor der Scheherazade.«

»Knabe, laß deine armselige Logik. Ich bin abends eine Art zweibeiniger Tür zur Scheherazade, aber kein Mensch im Freien. Wir sitzen zuviel in Zimmern, sage ich. Wir denken zuviel in Zimmern. Wir leben zuviel in Zimmern. Wir verzweifeln zuviel in Zimmern. Kann man im Freien verzweifeln?«

»Und wie!« sagte Ravic.

»Nur weil man zuviel in Zimmern lebt. Nicht, wenn man es, gewohnt ist. Man verzweifelt anständiger in einer Landschaft als in einem Zimmer-Appartement mit Küche. Auch komfortabler. Widersprich nicht! Widerspruch zeigt abendländische Enge des Geistes. Wer will schon recht haben? Ich habe heute meinen freien Abend und will das Leben spüren. Wir trinken übrigens auch zuviel in Zimmern.«

»Wir pissen auch zuviel in Zimmern.«

»Bleib mir mit deiner Ironie vom Leibe. Die Fakten des Daseins sind simpel und trivial. Erst unsere Phantasie gibt ihnen Leben. Sie macht aus den Wäschepfählen der Tatsachen Flaggenmaste der Träume. Habe ich recht?«

»Nein.«

»Selbstverständlich nicht. Will ich auch gar nicht.«

»Natürlich hast du recht.«

»Gut, Bruder. Wir schlafen auch zuviel in Zimmern. Wir werden Möbelstücke. Die Steinhäuser haben unser Rückgrat gebrochen. Wir sind wandelnde Sofas, Toilettentische, Kassenschränke, Mietkontrakte, Gehaltsempfänger, Kochtöpfe und Wasserklosetts geworden.«
»Richtig. Wandelnde Parteiprogramme, Munitionsfabriken, Blindenanstalten und Irrenhauser,«

»Unterbrich mich nicht dauernd. Trink, schweige und lebe, du Mörder mit dem Skalpell. Sieh, was aus uns geworden ist! Soviel ich weiß, hatten nur die alten Griechen Götter für das Trinken und die Lebenslust: Bacchus und Dionysos. Wir haben dafür Freud, Minderwertigkeitskomplexe und die Psychoanalyse – Angst vor zu großen Worten in der Liebe und viel zu große Worte in der Politik. Ein trauriges Geschlecht!« Morosow blinzelte.

Ravic blinzelte. »Alter, braver Zyniker mit Träumen«, sagte er. Morosow grinste. »Elender Romantiker ohne Illusion – für eine kurze Zeit auf Erden Ravic genannt.«

»Für eine sehr kurze Zeit. Was Namen anbelangt, ist dieses bereits mein drittes Leben. Ist das polnischer Wodka?«

»Estnischer. Von Riga. Der beste. Schenk dir ein – und dann laß uns ruhig hier sitzen und auf die schönste Straße der Welt starren und diesen milden Abend loben und gelassen der Verzweiflung in die Schnauze spucken.«

Die Feuer in den Koksöfen knackten. Ein Mann mit einer Violine stellte sich am Rand des Bürgersteiges auf und begann »Au près de ma blonde« zu spielen. Die Vorübergehenden stießen ihn an. Der Bogen kratzte, aber der Mann spielte weiter, als wäre er allein. Es klang dürr und leer. Die Violine schien zu frieren. Zwei Marokkaner gingen zwischen den Tischen umher und boten Teppiche aus greller Kunstseide an.

Die Zeitungsjungen kamen mit den letzten Ausgaben vorbei. Morosow kaufte den »Paris Soir« und den »Intransigeant«. Er überflog die Überschriften und schob dann die Zeitung beiseite. »Falschmünzer«, knurrte er. »Hast du schon mal bemerkt, wie wir im Zeit alter der Falschmünzer leben?«.

»Nein. Ich dachte, wir lebten im Zeitalter der Konserven.«

»Konserven? Wieso?« Ravic zeigte auf die Zeitungen. »Wir brauchen nicht mehr zu denken. Alles ist vorgedacht, vorgekaut, vorgefühlt. Konserven. Nu; aufzumachen. Dreimal am Tage ins Haus geliefert. Nichts mehr selbst zu ziehen, wachsen zu lassen, auf dem Feuer der Fragen, des Zweifels und der Sehnsucht zu kochen. Konserven.« Er grinste. »Wir leben nicht leicht, Boris. Nur billig.«

»Wir leben als Falschmünzer.« Morosow hob die Zeitungen hoch. »Sieh dir das an. Ihre Waffenfabriken bauen sie, weil sie Frieden wollen; ihre Konzentrationslager, weil sie die Wahrheit lieben; Gerechtigkeit ist der Deckmantel für jede Parteiraserei; politische Gangster: sind Erlöser, und Freiheit ist das große Wort für alle Gier nach Macht. Falsches Geld! Falsches geistiges Geld! Die Lüge der Propaganda. Küchenmacchiavellismus. Der Idealismus in den Händen der Unterwelt. Wenn sie noch wenigstens ehrlich wären ... « Er knüllte die Blätter zusammen und warf sie fort.




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[2]

Ravic und Joan verbindet eine schwierige Liebe; sie fahren für kurze Zeit an die Côte d’Azur. Ravic hat Glück im Spielcasino. (S. 224 f.)

Sie glitt in den Sitz neben ihn und küßte ihn. »Ich bin zum erstenmal an der Riviera, Ravic«, sagte sie. »Habe Erbarmen! Ich bin zum erstenmal mit dir wirklich zusammen, und die Nächte sind nicht mehr kalt, und ich bin glücklich.«

Er fuhr den Wagen aus dem dichten Verkehr heraus, am Carlton Hotel vorbei und in die Richtung nach Juan les Pins. »Zum ersten Male«, wiederholte sie. »Zum ersten Male, Ravic. Und ich weiß alles, was du antworten könntest, und es hat nichts damit zu tun.« Sie lehnte sich an ihn und legte den Kopf an seine Schulter. »Vergiß, was heute war! Denk nicht einmal mehr darüber nach! Du fährst wunderbar Auto, weißt du das? Was du da eben gemacht hast, war großartig. Die Idioten haben es auch gesagt. Sie haben gestern gesehen, was du mit dem Wagen anstellen kannst. Du bist unheimlich. Du hast keine Vergangenheit. Man weiß nichts von dir. Ich weiß schon hundertmal mehr aus dem Leben der Idioten als aus deinem. Glaubst du, daß ich irgendwo einen Calvados bekommen kann? Nach all den Aufregungen heute nacht brauche ich einen. Es ist schwer, mit dir zu leben.«

Der Wagen fuhr die Straße entlang wie ein niedrig fliegender Vogel. »Ist das zu schnell?« fragte Ravic.

»Nein. Fahr schneller. So, daß es durch und durch geht wie der Wind durch einen Baum. Wie die Nacht saust. Ich bin durchlöchert von Liebe. Ich kann durch mich hindurchsehen vor Liebe. Ich liebe dich so, daß mein Herz sich ausbreitet wie eine Frau in einem Kornfeld vor einem Mann, der sie ansieht. Mein Herz will sich auf die Erde legen. Auf eine Wiese. Es will liegen und fliegen. Es ist verrückt. Es liebt dich, wenn du Auto fährst. Laß uns nie zurückgehen nach Paris. Laß uns einen Juwelenkoffer stehlen oder ein Bankdepot und diesen Wagen und nie wiederkommen.«

Ravic hielt vor einer kleinen Bar. Das Grollen des Motors schwieg, und weich und sehr weither kam plötzlich das tiefe Atemholen des Meeres. »Komm«, sagte er. »Hier gibt es deinen Calvados. Wieviel hast du schon gehabt?«

»Zuviel. Deinetwegen. Außerdem konnte ich auf einmal das Gerede der Idioten nicht mehr anhören.«

»Warum bist du dann nicht zu mir gekommen?«

»Ich bin zu dir gekommen.«

»Ja, als du dachtest, ich ginge fort. Hast du etwas zu essen gehabt?«

»Nicht viel. Ich bin hungrig. Hast du gewonnen?«

»Ja.«

»Dann laß uns ins teuerste Restaurant fahren und Kaviar essen und Champagner trinken und so sein wie unsere Eltern vor all diesen Kriegen, sorglos und sentimental und ohne Angst, hemmungslos und voll schlechten Geschmacks, mit Tränen, Mond, Oleander, Geigen, Meer und Liebe! Ich will glauben, daß wir Kinder haben werden und einen Park und ein Haus und du einen Paß und eine Zukunft, und ich habe eine große Karriere deinetwegen aufgegeben, und wir lieben uns noch nach zwanzig Jahren und sind eifersüchtig, und du findest immer noch, daß ich schön bin, und ich kann nicht schlafen, wenn du eine Nacht nicht im Hause bist und ... «

Er sah die Tränen über ihr Gesicht strömen. Sie lächelte. »Das gehört alles dazu, Liebster - alles zu dem schlechten Geschmack.«




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[3]

Ravic hat den Gestapo-Folterer Haake, den er in Paris entdeckt hat, umgebracht. Anschließend stellt er sich vor, wie diese Tat eigentlich hätte verlaufen sollen. (S. 414 ff.)

Er hielt nach einer Stunde vor einem kleinen Gasthaus. Er war sehr hungrig, und sein Kopf war dumpf. Er parkte den Wagen vor dem Haus, wo zwei Tische und ein paar Stühle standen. Er bestellte Kaffee und Brioches und ging, sich zu waschen. Der Waschraum stank. Er ließ sich ein Glas geben und spülte sich den Mund aus. Dann wusch er seine Hände und ging zurück.

Das Frühstück stand auf dem Tisch. Der Kaffee roch wie alle Kaffees der Welt. Schwalben umflogen die Dächer, die Sonne hängte ihre ersten goldenen Gobelins an die Häuserwände, Leute gingen zur Arbeit, und hinter den Perlenvorhängen des Bistros scheuerte eine Magd mit aufgeschürzten Röcken die Fliesen. Es war der friedlichste Sommermorgen, den Ravic seit langem gesehen hatte.

Er trank den heißen Kaffee. Aber er konnte sich nicht entschließen, zu essen. Er wollte nichts anfassen mit seinen Händen. Er sah sie an. Unsinn, dachte er. Verdammt, ich will keine Komplexe kriegen. Ich muß essen. Er trank noch eine Tasse Kaffee. Er holte eine Zigarette hervor und achtete darauf, nicht das Ende, das er berührt hatte, in den Mund zu stecken. Das kann so nicht weitergehen, dachte er. Aber er aß trotzdem nicht. Ich muß es erst ganz erledigen, beschloß er und stand auf und zahlte.

Eine Herde Kühe. Schmetterlinge. Die Sonne über den Feldern.

Die Sonne in der Windschutzscheibe. Die Sonne auf dem Verdeck. Die Sonne auf dem glänzenden Metall des Kofferdeckels, unter dem Haake lag – tot, ohne daß er gehört hatte, warum und durch wen. Es hätte anders sein müssen. Anders ...

»Erkennst du mich, Haake? Weißt du, wer ich bin?«

Er sah das rote Gesicht vor sich. »Nein, wieso? Wer sind Sie? Haben wir uns früher schon einmal getroffen?«

»Ja.«

»Wann? Geduzt? Kadettenanstalt vielleicht? Erinnere mich nicht.«

»Du erinnerst dich nicht, Haake. Es war keine Kadettenanstalt. Es war später.«

»Später? Aber Sie haben doch im Ausland gelebt? Ich war nie außerhalb Deutschlands. Nur in den letzten zwei Jahren hier in Paris. Vielleicht, daß wir im Suff ... «

»Nein. Nicht im Suff Und nicht hier. In Deutschland, Haake!«

Eine Barriere. Eisenbahnschienen. Ein Garten, klein, gedrängt voll mit Rosen, Flox und Sonnenblumen. Warten. Ein verlorener, schwarzer Zug, puffend durch den endlosen Morgen. Spiegelnd in der Windschutzscheibe leben die Augen, die quallig im Kofferraum sich mit herabfallendem Staub aus den Ritzen füllten.

»In Deutschland? Ah, ich verstehe. Auf einem der Parteitage. Nürnberg. Glaube, mich zu erinnern. War es nicht im Nürnberger Hof?«

»Nein, Haake«, sagte Ravic langsam in die Windschutzscheibe hinein, und er fühlte, wie die schwere Welle der Jahre zurückkam. »Nicht in Nürnberg. In Berlin.«

»Berlin!« Das Schattengesicht, durchzittert von Reflexen, wurde eine Spur jovial ungeduldig. »Na, nun kommen Sie schon heraus, Mensch, mit der Geschichte! Halten Sie nicht hinter dem Berg, und spannen Sie mich nicht zu lange auf die Folter. Wo war es?«

Die Welle, in den Armen jetzt, aus der Erde hochsteigend. »Auf der Folter, Haake! Genau das! Auf der Folter!«

Ein Lachen, ungewiß, vorsichtig. »Machen Sie keine Witze, Mann.«

»Auf der Folter, Haake! Weißt du nun, wer ich bin?«

Das Lachen, ungewisser, vorsichtiger, drohend. »Wie soll ich das wissen? Ich sehe Tausende von Menschen. Kann mir nicht jeden einzelnen merken. Wenn Sie auf die Geheime Staatspolizei anspielen ... «

»Ja, Haake. Die Gestapo.«

Achselzucken. Lauern. »Wenn Sie da einmal vernommen worden sind ... «

»Ja. Erinnerst du dich?«

Erneutes Achselzucken. »Wie soll ich mich erinnern? Wir haben Tausende vernommen ...«

»Vernommen! Gequält, geschlagen, bis zur Bewußtlosigkeit, Nieren zerquetscht, Knochen zerbrochen, wie Säcke in den Keller geworfen, wieder hervorgeholt, Gesichter zerrissen, Hoden zermalmt – das nennt ihr ‘vernommen’! Das heiße, entsetzliche Stöhnen derer, die nicht mehr schreien konnten – ’Vernommen’! Das Winseln zwischen Ohnmacht und Ohnmacht, Fußtritte in den Bauch, Gummiknüppel, Peitschen – ja, alles das nanntet ihr unschuldig ’Vernommen’!«


Ravic starrte in das unsichtbare Gesicht in der Windschutzscheibe, durch das lautlos die Landschaft mit Korn und Mohn und Heckenrosen glitt – er starrte hinein, seine Lippen bewegten sich, und er sagte alles, was er hatte sagen wollen und einmal sagen mußte.

»Die Hände ruhig! Oder ich schieße dich nieder! Erinnerst du dich an den kleinen Max Rosenberg, der mit zerfetztem Körper im Keller neben mir lag und versuchte, sich den Kopf an der Zementwand zu zerschlagen, um nicht wieder ‘vernommen’ zu werden – vernommen warum? Weil er ein Demokrat war! Und Willmann, der Blut pißte und keine Zähne und nur noch ein Auge hatte, nachdem er zwei Stunden bei euch ‘vernommen’ worden war – vernommen warum? Weil er ein Katholik war und nicht glaubte, daß euer Führer der neue Messias sei. Und Riesenfeld, dessen Kopf und Rücken rohen Fleischklumpen glichen, und der uns anflehte, ihm die Adern aufzubeißen, weil er es nicht mehr konnte ohne Zähne, nachdem er ‘vernommen’ war von dir – vernommen warum? Weil er gegen den Krieg war und nicht glaubte, daß Kultur sich am vollkommensten in Bomben und Flammenwerfern ausdrückte. Vernommen! Tausende habt ihr ‘vernommen’, ja – die Hände ruhig, Schwein! Und jetzt habe ich dich endlich, und wir fahren hinaus, da ist ein Haus mit dicken Mauern und völlig allein, und ich werde dich ‘vernehmen’ – langsam, langsam durch Tage hindurch, die Rosenbergkur, die Willmannkur, die Riesenfeldkur, so, wie ihr es uns gezeigt habt! Und dann, nach all dem ... «

Ravic spürte plötzlich, daß der Wagen raste. Er nahm das Gas weg. Häuser. Ein Dorf. Hunde. Hühner. Pferde auf einer Weide, galoppierend, die Hälse gestreckt, die Köpfe hochgeworfen, heidnisch. Zentauren, kraftvolles Leben. Eine lachende Frau mit einem Wäschekorb. Auf den Leinen flatternd bunte Wäschestücke, Fahnen geborgenen Glücks. Ein paar Kinder spielend vor den Türen. Er sah das alles wie getrennt durch eine gläserne Wand, sehr nah und unglaublich fern, voll von Schönheit und Frieden und Unschuld, schmerzhaft stark und getrennt von ihm und unerreichbar für immer, nur durch diese Nacht. Er spürte kein Bedauern – es war so, das war alles.

Langsam fahren. Die einzige Gelegenheit, angehalten zu werden, die Dörfer zu durchrasen. Die Uhr. Er fuhr schon fast zwei Stunden. Wie war das möglich? Er hatte es nicht gemerkt. Er hatte nichts gesehen, nur das Gesicht, gegen das er sprach ...

St. Germain. Der Park. Schwarze Gitter vor dem blauen Himmel und dann die Bäume. Bäume. Alleen von Bäumen. Ein Park von Bäumen, erwartet, erwünscht, und plötzlich der Wald.

Der Wagen lief leiser. Der Wald hob sich, eine grüne und goldene Woge, er warf sich rechts und links auf, er überflutete den Horizont und schloß alles ein – auch das schnelle, glitzernde Insekt, das in ihm zickzackte.

Der Grund war weich und mit Gebüsch überwuchert. Es war weitab von der Straße. Ravic ließ den Wagen einige hundert Meter entfernt stehen, so daß er ihn sehen konnte. Dann nahm er den Spaten und begann den Grund aufzuschaufeln. Es ging leicht. Wenn jemand kam und den Wagen sah, konnte er den Spaten verbergen und als harmloser Spaziergänger zurückkommen.

Er grub tief genug, um genügend Erde über dem Körper zu haben. Dann fuhr er den Wagen heran. Ein toter Körper war schwer. Trotzdem fuhr er nur so weit heran, wie harter Grund war, um keine Reifenspuren zu hinterlassen.




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