Vilhelm Moberg
Dein Augenblick



         
         
Vilhelm Moberg

Dein Augenblick



Claassen
ISBN 978-3-54600018-5
272 Seiten
14,50 €
         
Der Verlag gibt dem Buch folgenden Klappentext mit:

Der vierundsechzigjährige Albert Carlsen zieht seine Lebensbilanz: Vor vierzig Jahren ist er in die Vereinigten Staaten eingewandert. Seine Heimat, Småland in Schweden, hat er seitdem nur einige Male flüchtig wiedergesehen. In Gedanken schweift er zurück, erlebt seine Kindheit wieder. Episode auf Episode wird in seiner Erinnerung lebendig: der Tod des einzigen Bruders, die ersten, unbeholfenen Liebeserlebnisse mit der vierzehnjährigen Katrin, die strenggläubige Erziehung im Geiste des altlutherischen Christentums, das Horrorerlebnis mit dem Schäferhund Jäger.

Der in einem Hotelzimmer am Strand des Stillen Ozeans lebende »Fremdling«, der in der Neuen Welt nie heimisch wurde, hat nur noch mit wenigen Menschen Kontakt. Da sind die geschäftstüchtige Mrs. Jeffers, eine Immobilienmaklerin, die aufgeweckte Mrs. Boles, die einen Drugstore besitzt und leidenschaftlich Bertrand Russell liest, und da ist der redselige Mr. Collins, ein Ire, der ein vorzügliches Fischrestaurant führt. Mit ihnen wird Carlsen den Rest seines Lebens verbringen. Aber die meiste Zeit sitzt er am Fenster seines Hotelzimmers und verfolgt das Brausen und die Brandung des Ozeans. Wie hat er seinen Augenblick auf dieser Erde genutzt, was ist aus seinem Leben geworden, was war der Sinn? Gibt der letzte Satz des Romans die Antwort? »Am Abend gehe ich mit langsamen Schritten an den Dünen entlang und sehe, wie dicht hinter mir das Meer meine Fußspuren sogleich mit Wasser füllt.«


Als ich mit der Lektüre dieses Buches begann, fand ich sein Erzähltempo zunächst zu ruhig, zu gemächlich. Vielleicht, dachte ich, sind wir fünfzig Jahre später (der Roman erschien in Schweden 1963) einfach andere Geschwindigkeiten gewöhnt. Bald entwickelt die Erzählung aber einen Sog, der den Leser bis zum Ende nicht mehr so leicht los lässt. Insbesondere die Erinnerungen des Erzählers an seinen Bruder Sigfrid (den sein Entschluss, zum Militär zu gehen, das Leben kosten wird) geben dem schönen Text mit den klaren Bildern vom alten ländlichen Schweden einen starken Einschlag.
         
 
         
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