Biographie Werner Friedl

Geboren im Oktober 1947 im München der Nachkriegszeit, aufgewachsen bis zum 10. Lebensjahr in der Isarvorstadt ("Glockenbachviertel" zwischen Baldeplatz und Sendlinger Tor). Die Ruinen und Trümmergrundstücke der zerbombten Stadt waren die ersten Spielplätze. Besuch der Volksschule ab 1954, 1. bis 3. Klasse in der Schule an der Wittelsbacherstraße, 1957 Umzug ans andere Isarufer nach Untergiesing, 4. Klasse in der Schule an der Silberhornstraße.

Ab 1958 Besuch des Neusprachlichen Gymnasiums, das zunächst im Gebäude des Musischen Gymnasiums an der Eduard-Schmid-Straße (in der Nähe des Deutschen Museums) untergebracht war, 1960 nach Harlaching in die Lautererstraße umzog und bald danach in Albert-Einstein-Gymnasium umbenannt wurde. Fremdsprachen: Latein, Englisch und Französisch.

Abitur und erste Liebe im unruhigen Jahr 1968, im Jahr darauf Beginn des Studiums der Kunstgeschichte (bei Hermann Bauer) und Zeitungswissenschaft (= Kommunikationswissenschaft, bei Otto B. Roegele, Wolfgang Langenbucher und Peter Glotz) an der Ludwig-Maximilian-Universität München. Nach der Zwischenprüfung Abbruch des Studiums, einige Jahre hauptberufliche Tätigkeit als Taxifahrer. Umzug 1972 in die Maxvorstadt, Nähe Elisabethplatz. Intensives Kennenlernen der Schwabinger und Haidhauser Kneipenszene. 1973 unter dem guten Einfluss der Freundin (und späteren Ehefrau) Aufnahme des Studiums für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen an der Uni München, mit den Schwerpunktfächern Englisch und Kunsterziehung. Abschluss mit der Ersten Lehramtsprüfung 1977, anschließend Lehramtsanwärter in Niederbayern (Landshut und Triftern-Anzenkirchen/Kreis Rottal-Inn).

Geflüchtet aus dem bayerischen Staatsdienst 1978, zunächst wieder Arbeit als Taxifahrer in München. 1979 eine Saison mit ersten Versuchen als Gärtner im südfranzösischen Bergdörfchen Bardou (Département Hérault), wo der Grundstein für die spätere Berufswahl als Gemüsegärtner gelegt wurde. Anschließend Reisen mit der Freundin in den östlichen Mittelmeerraum, v.a. nach Israel (Kibbuz Ein Hashloshah in der Negev) und Ägypten, dann wieder ein Sommer in Bardou. Ab Herbst 1980 Leben auf dem Land, im Kreis Rosenheim (zunächst Gemeinde Tuntenhausen, ab 1986 in Großkarolinenfeld; im selben Jahr Krebstod der Mutter). Etwa ab dieser Zeit Beschäftigung mit der Anthroposophie.

1982 Geburt der Tochter Katharina, 1988 Eheschließung mit Cornelia Zimmermann, 1989 Geburt des Sohnes Jakob. Systematisches Erlernen des Gemüsebaus als Autodidakt, 1991 Gesellenprüfung als Gärtner, Fachrichtung Gemüsebau, 1994 Meisterprüfung (extern in Veitshöchheim).

1994 erfolgte der Umzug nach Norddeutschland, nachdem die mehrjährige Suche nach einem geeigneten (und bezahlbaren!) Hof oder einer Hofgemeinschaft in Bayern erfolglos geblieben war. In diesem Jahr zum ersten Mal nebenberufliche Tätigkeit als Kontrolleur von Biobetrieben. Übernahme eines biologisch-dynamisch bewirtschafteten Gärtnerhofs in Holste-Oldendorf (Samtgemeinde Hambergen) im nördlichen Niedersachsen, zwischen Bremen und Bremerhaven. Anbau eines breiten Spektrums von Gemüsearten auf ca. 2,5 ha Fläche, davon 1400 m² Gewächshäuser. Direktvermarktung in Bremen und der näheren Umgebung, Ausbildung von Lehrlingen.

Intensivierung des Kontakts zum "Initiativkreis für Gemüsesaatgut aus biologisch-dynamischem Anbau", Saatgutvermehrung mehrerer Gemüsearten; Einstieg in die biologisch-dynamische Gemüsezüchtung, v.a. Arbeit an Salaten, Paprika und Tomaten, 1994 Mitbegründung des Vereins "Kultursaat - Verein für Züchtungsforschung und Kulturpflanzenerhaltung auf biologisch-dynamischer Grundlage e.V.", dreijährige Mitarbeit im Vorstand von 1998 bis 2001. Aus der Beschäftigung mit Qualitätsforschung im Nahrungsmittelbereich entstand 2002 die Mitwirkung an der Gründung des Vereins für Bildekräfteforschung (heute: "Gesellschaft für Bildekräfteforschung")

Die Arbeit und bestimmte Ereignisse in Oldendorf in den Jahren 1994 bis 2000 bilden den Hintergrund für den 2005 veröffentlichten ersten Roman "Marie, Engel der Grenze". Im Jahr 2000 Trennung von der Familie und Umzug nach Eichstetten am Kaiserstuhl, dort Fortsetzung der Züchtungsarbeit und Ausbildungstätigkeit im Rahmen einer regionalen Saatgutinitiative, aus der 2002 die Stiftung "Kaiserstühler Garten" hervorging (Gemeinnützige Stiftung zur Erhaltung der regionalen Kulturpflanzenvielfalt). Scheidung 2003. Aufgabe der Züchtungs- und Vermehrungsarbeit im Jahr 2003, seither hauptberufliche Erwerbstätigkeit während des Sommers als selbständiger Biokontrolleur im Auftrag zweier Kontrollstellen des ökologischen Landbaus. Haupteinsatzgebiet sind die süd- und westdeutschen Bundesländer. Im April 2008 Umzug von Eichstetten in das Münstertal im südlichen Schwarzwald ( Kratzbürste e.V.).

Die Beschäftigung mit der Literatur war immer ein wesentlicher Bestandteil des Lebens, passiv in Form von Lektüre aller Art, (v.a. Belletristik, Philosophie, Natur, Kunst ...) und aktiv in Form von Briefen und Tagebüchern. Seit 2002/2003 regelmäßiger Winteraufenthalt in Bardou, in der Absicht mit dem Schreiben ernst zu machen. (Arbeiten und Veröffentlichungen siehe die Seiten "Schreiben" bzw. "Ghostwritung/Lektorat").