WERNERS BLOG

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  Zeichnung: Wilhelm Busch


Sonntag,
15. Juli 2018
Die alten Tagebücher

24. April 1980

Vier Tage nach der Ankunft in Kairo. Wenn Reisende in Südamerika von Verdauungsbeschwerden heimgesucht werden, nennt man das gerne Montezumas Rache. In Ägypten scheint es so etwas wie Kleopatras Rache zu geben.
Den gestrigen Tag mit Bauchweh und Scheißerei verbracht. Schuld daran war wohl weniger die ägyptische Küche, auch nicht das Wasser, das durchaus in Ordnung, halt gechlort ist, sondern die wilde Hineinschütterei eisgekühlter Getränke in den ersten Tagen. Also zur Strafe ins Bett. Vielleicht habe ich diesen Ruhetag auch psychisch gebraucht, um mich vom Fremdsein und dem Streß zu erholen, der mich so oft an fremden Orten überfällt, bis ich mich dann nach einigen Tagen mit der neuen Umgebung arrangiert habe.

Gelesen: Körner: Meine Frau ist gegangen, ein heilsames Buch für alle, die glauben, daß das Leben ein Verliebt-verlobt-verheiratet-Spiel ist. Wichtig für Männer.

Praktisch nichts gegessen, zum Frühstück Tee, ein bißchen am Brot gemümmelt, abends nur wenig Reissuppe gekocht. Die Kur hat mir sehr gut getan, heute wieder gesund.

Ausflug mit dem Bus (Linie 8 ab Tahrir Sq., 5 Piaster) zu den Pyramiden von Gizeh. Den ganzen Tag dort verbracht, genossen. Cheops-, Chephren- und Mykerinospyramide von innen und außen besichtigt, viele oft lästige Ägypter abwehren müssen, die einem ständig Kamel-, Esels- oder Pferderitte andrehen wollen oder kaltes Cola verkaufen wollen.

Man darf sich nicht vorstellen, die Pyramiden stünden einsam in der Sandwüste Ägyptens. Sie liegen am Stadtrand von Kairo (Gizeh ist westlich gelegene Vorstadt), gleich daneben ein 5-Sterne-Luxushotel mit Swimmingpool, die Bäume der Parks sind nahe, dazu Autos, Menschen, die Dunstglocke Kairos. Trotzdem: Eindrucksvolle, einmalige Bauwerke. Eine schier unfaßliche Fülle an gehauenen Steinquadern, fühlte mich an Berge erinnert. Bei der Chephren-Pyramide sind noch große Teile der Verkleidung zu erkennen (Granit, bei der Cheopspyramide Alabaster!). Verkleidet, glattpoliert und in der Sonne glänzend müssen sie fantastisch schön ausgesehen haben.

Die Grabkammern: Meditationsplätze in dumpfer Luft. Beim Rückweg zum Bus ein Trupp Neckermänner und -frauen auf Kamelen, eine fette deutsche Hausfrau fragt den neben ihrem Kamel hergehenden Ägypter: Sprechen Sie deutsch?, verbessert sich gleich, um ihren Standesunterschied zu betonen: Kannst du deutsch? Schlimm.

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Samstag,
14. Juli 2018
Eigentlich wollte ich nichts mehr zu Donald Trump schreiben, gelegentlich ist die Versuchung aber doch groß. In der vergangenen Woche hat er auf dem Natogipfel in Brüssel allerhand Unverschämtheiten und Dummheiten losgelassen (wir sind inzwischen daran gewöhnt). Die Süddeutsche Zeitung hat am Donnerstag mit feinsinniger Unverschämtheit reagiert. Sie veröffentlichte dieses Foto, und die Bosheit liegt in der Unterschrift, genauer in dem, was in der Klammer steht.
Chapeau!



Wer ist der Außerirdische vorne rechts?
      Bildunterschrift in der SZ:
Die Kontrahenten: Angela Merkel und Donald Trump (vorne rechts) beim sogenannten Familienfoto des Nato-Treffens. (Foto: Ludovic Marin/AFP)
  Derweil wird in der Kratzbürste (am Arbeitssamstag!) schon wieder gefeiert
und die Bienen haben mit der Drohnenschlacht begonnen.
Mittagessen am Arbeitssamstag Drohnenschlacht
Die Kratzbürsten beim Mittagessen am Arbeitssamstag Drohnenschlacht: Arbeitsbienen werfen die Drohnen aus dem Stock, sie werden nicht mehr gebraucht. Drohnen können sich nicht selber ernähren und außerhalb des Volks nicht überleben.
   
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Sonntag,
8. Juli 2018
Ein Wochenende (kein besonderes) in der Kratzbürste



 
Samstagmittag im Hof Samstagnachmittag im Hof Public viewing
Samstagmittag im Hof: Eis für alle Samstagnachmittag im Hof (schon wieder alle beim Feiern) Kratzbürsten-Public-viewing. Das Spiel England gegen Schweden findet nur sehr wenige Zuschauer
   
 
Sonntagmorgen: Schreck im Garten Bienenumzug 'sterzelnde' Bienen Silphie und Karde
Sonntagmorgen, Schreck im Garten: einer der alten Apfelbäume liegt am Boden. Er hat noch viele Wurzeln, wir lassen ihn erst mal so, vielleicht reifen die Äpfel noch aus. Bienenumzug. Die Bienenhaltung soll auf ein neues System umgestellt werden: von Zander auf Dadant (siehe hier). Unruhige Zeiten für die Bienen und den Imker. Hier scheint der Umzug geklappt zu haben: "sterzelnde" Bienen am Flugloch der neuen Beute (bedeutet: die Königin ist hier drin, kommt alle her!). Unterdessen wachsen die Silphie (Silphium perfoliatum) und die Karde (Dipsacus fullonum) in den Himmel. Beide haben schon zwei Meter erreicht (in diesem Jahr wächst alles wie blöd).
   
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