WERNERS BLOG

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  Zeichnung: Wilhelm Busch


Mittwoch,
17. Oktober 2018
"Da geht er hin ..." war der Kommentar der Fotografin, die da hinter mir her geknipst hat. Sie ist die Büroleiterin der Öko-Kontrollstelle in Karlsruhe, für die ich viele Jahre tätig war, und wo ich in der letzten Woche die Gelegenheit ergriffen habe, mich zu verabschieden.

Unter dem Arm das Abschiedsgeschenk: Robert Walsers sechs Bände "Aus dem Bleistiftgebiet", die sogenannten Mikrogramme aus den Jahren 1924 bis 1933. Ein Wunsch von mir.

Danke! Auch für die immer freundschaftliche Zusammenarbeit.



Da geht er hin
      Da geht er hin ...
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Freitag,
12. Oktober 2018
Bilder von unterwegs (11)



Neulich am Rand der Autobahn. Man hat sich daran gewöhnt, dass manche Parkplätze, ein paar Schritte abseits des Parkstreifens, aussehen wie auf dem ersten Bild.

Wenn man keine Toilettenanlage bauen will (deutsche Autobahnen – vor allem die älteren – haben SEHR viele Parkplätze), greift man gern zur Lösung auf Bild zwei.

Das dritte Bild aber zeigt, dass es Menschen gibt, die nicht in der Lage sind, ein Klo sachgemäß zu benutzen.
 
Autobahnparkplatz Notlösung Zu blöd zum Scheißen
Autobahnparkplatz Notlösung Zu blöd zum Scheißen
   
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Donnerstag,
11. Oktober 2018
Literarische Perlen (6)



Hermann Lenz
Er wollte eine Geschichte schreiben, in der die Liebe vorkam; die wahre Liebe, sozusagen. Und er dachte (wie schon oft), wenn es bei den erfreulichen Erlebnissen bliebe, als da sind: Lächeln, eine andere Haut spüren ... dann wäre die Liebe nicht zerrüttend. Weil sich aber bekanntlich immer wieder anderes als Glück einmischte, jenes Element zum Beispiel, das man Selbstverlust nennen könnte, war, was mit Liebe zusammenhing, nicht so besonders heimelig.

Auch die Besitzgier und der Trieb, den anderen zu quälen, es ihm heimzuzahlen, dass er nicht so war, wie man meinte, dass er sei, dies alles machte die Gefühle unerbittlich; denn jeder wollte im anderen sich selber lieben, und das ging nicht. Die Natur verlangte, dass jeder sich anpasste. Damit verschwand der Zauber, und manche hielten dies nicht aus.

Nun ja, die meisten richteten sich ein, und das war gut. Ohne Betrug und List und Schlamperei gab es kein Leben. Die pendelten die Gegensätze aus. Wer aber unerbittlich blieb, der fiel ins Loch.93
93 Lenz, Hermann: Ein Fremdling, Frankfurt am Main 1988, S. 205 f.
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Freitag,
5. Oktober 2018
Diesen Tag darf man einen guten Tag nennen, aus mehreren Gründen. Erstens hat das Oberverwaltungsgericht Münster der Klage des BUND gegen die Rodung des Hambacher Forsts insoweit stattgegeben, als das Gericht verfügt hat, dass RWE die Rodung vorerst nicht weiterbetreiben darf. Denn diese würde Tatsachen schaffen, die einer späteren Entscheidung zuwiderlaufen könnten. RWE habe nicht zeigen können, so das Gericht, dass die Rodung des Hambacher Forsts für eine sichere Energieversorgung nötig sei, heißt es in der Begründung. Eine Ohrfeige für die RWE nennt der Deutschlandfunk diese Entscheidung. Der Wald bleibt also erstmal stehen, und bis in der Hauptsache entschieden sein wird, dürfte eine längere Zeit vergehen.

Zweitens: Das Verwaltungsgericht Aachen hat das von der Polizei verhängte Verbot der Demonstration am morgigen Samstag aufgehoben. Die Naturfreunde Deutschland hatten einen Eilantrag gestellt, dem das Gericht mit der Begründung stattgab, es spreche "Überwiegendes" dafür, dass das von der Aachener Polizei ausgesprochene Verbot rechtswidrig sei ( tagesschau.de). Noch eine Ohrfeige.

Drittens: Der Aktienkurs von RWE stürzte um mehr als acht Prozent ab. Die RWE-Aktien waren mit Abstand der größte Verlierer des Tages. Anlass: der Konzern musste aufgrund der Gerichtsbeschlüsse eine sogenannte Gewinnwarnung herausgeben. Dazu sind Aktiengesellschaften verpflichtet, wenn Ereignisse eintreten, die den erwarteten Gewinn fraglich erscheinen lassen (Quelle: finanzen.net)

Warum zähle ich diesen Kurssturz zu den guten Nachrichten des Tages? Weil er vielleicht dazu beitragen kann, dass sich Leute, die ihr Geld in Aktien anlegen, Gedanken darüber machen, welcher Art die Firmen sind, deren Anteile sie kaufen. Und eventuell eine ethische Geldanlage in Betracht ziehen. RWE gehört mit Sicherheit nicht in diese Kategorie.

Was sagen uns die Ereignisse des heutigen Tages?

Konzerne und Polizei, man muss das leider so formulieren, scheuen sich in Deutschland nicht, ungesetzlich zu handeln. In aller Offenheit und Überheblichkeit. Sie müssen erst durch Gerichte auf den legalen Weg zurückgestoßen werden. Zum Glück haben wir noch Gerichte, die unabhängig urteilen.


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