WERNERS BLOG

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  Zeichnung: Wilhelm Busch


Freitag,
19. Juli 2019
Nach dem Frühlings- heute ein Hochsommerspaziergang durch den Kratzbürstengarten. Es blühen Blumen (gepflanzte, gesäte, verwilderte, Balkon-, Schnitt-), Gemüse, Sträucher, Unkraut ...


 
Bechermalve Verwilderte Stiefmütterchen Kardendistel Mauerpfeffer
   
 
Borretsch Frauenmantel Ringelblumen Zinnien
   
 
Stockrose (Malve) Königskerze Stockrose (Malve) Phlox
   
 
Blick über die Beete Kürbisblüte Buntes Beet Zwiebelblüte
   
 
Ausgewachsener blühender Mangold Oregano Jungfer im Grünen Feuerlilie
   
 
Zucchiniblüte Gemüse mit Ringelblumen Storchschnabel Borretsch
   
 
Mohn Gurkenblüte Mauerpfeffer Kapuzinerkresse
   
 
Der Wein trägt Früchte Der Wein trägt Früchte Geranien am Fenster Auf der Terrasse
   
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Mittwoch,
17. Juli 2019
Die alten Tagebücher (43)

20. August 1980

In Bardou werden beim gemeinsamen Abendessen Geschichten aus der Münchner Stammkneipe (dem Ansbacher Schlössl in Haidhausen) erzählt.
(...)
Die letzte Stunde Gespräch über eine "Verrückte" (Arbeitskollegin von Sieglinde), bizarre Geschichte, die's eigentlich wert wäre, dass man was daraus macht: 48-jährige Jungfer, die von Mutti und Vati redet (Vati ist tot, Mutti ist 82), in ihrem Leben nie "solche Schweinereien" mit Männern hatte, vom "Schwalberich" redet, der's Loch nicht findet, von Hengsten (Stuten uninteressant) und die einen Sturz auf der Toilette vor zwei Jahren als Entschuldigung für ihre inzwischen sogar ihr selbst aufgefallene Anormalität nimmt.

Kann man jemandem in diesem Alter noch grundlegend helfen, wie sie als Arbeitskollegin ertragen? (arbeitet im öffentlichen Dienst auf der gesetzlichen Behindertenrate).

Noch eine Geschichte (das Leben ist tagtäglich voller herrlicher Geschichten!), die S. erzählt: Joschi* hatte im Schlössl mal Wundertüten zum Verkauf, mit Plastikfiguren drin, um die sich die Leute scheint's gerissen haben. Eine davon, ein Reiter mit gespreizten Beinen, der offensichtlich auf ein Pferd gehörte, landete irgendwie in der Küche (hat Tom** damals gekocht?) und kam wieder auf einer Spargelspitze reitend in einer Salatschüssel zurück. Auf den Tisch von ein paar "Emanzenweibern" (Ausdruck von Sieglinde und Volker). Effekt: die stehen auf der Stelle auf und gehen, empört über derartige chauvinistische Unsittlichkeit.


____

* = Wirt vom Ansbacher Schlössl
** = ein Amerikaner, der eine Zeit in Bardou war und später nach München gegangen ist, wo er u.a. im Schlössl als Koch gearbeitet hat (wie auch ich).

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Sonntag,
14. Juli 2019
Erste Sätze (26)


Claude Simon, Die Straße in Flandern (1960)

Er hielt einen Brief in der Hand, er blickte auf schaute mich an dann wieder den Brief dann wieder mich, hinter ihm konnte ich fuchsrote mahagonibraune falbe Flecken hin- und herziehen sehen: Pferde, die zur Tränke geführt wurden, der Schlamm war so tief dass man bis an die Knöchel einsank doch ich erinnere mich dass es in der Nacht plötzlich gefroren hatte und Wack kam mit dem Kaffee ins Zimmer und sagte Die Hunde haben den Schlamm gefressen, ich hatte diese Redensart noch nie gehört, ich glaubte die Hunde zu sehen, höllische mythische Kreaturen ihre rotumrandeten Mäuler ihre kalten weißen den schwarzen Schlamm in der Finsternis der Nacht zerkauenden Wolfszähne, vielleicht eine Erinnerung, alles verschlingende klare Bahn schaffende Hunde: nun war der Schlamm grau und wir verrenkten uns beim Laufen die Füße, wie immer zu spät zum Morgenappell, verstauchten uns beinahe die Knöchel in den tiefen von Hufen hinterlassenen steinhart gewordenen Spuren, und nach einer Weile sagte er Ihre Mutter hat mir geschrieben.
 
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Dienstag,
9. Juli 2019
Ein außerordentlich schöner Bildband über "mein" Dorf Bardou hat mich erreicht. Die Bilder stammen von dem Hamburger Fotografen Johannes Groht. Er war 1992 für zwei kurze Ferienaufenthalte in Bardou und hat sich von der besonderen Atmosphäre dieses Orts und seiner Umgebung gefangennehmen lassen, wie so viele andere (nicht zuletzt auch ich – siehe auch meine Seite über Bardou).

Johannes Groht, Jahrgang 1962, widmet sich in seiner Arbeit vornehmlich den Themenkreisen Natur und Kultur. Den Band über Bardou hat der Autor erst jetzt, 27 Jahre nachdem er den Ort besucht und fotografiert hat, zusammengestellt und veröffentlicht. Es ist ein Bildband, der auch erzählende und reflektierende Texte über das Phänomen Bardou beinhaltet und einen hohen künstlerischen Anspruch verwirklicht.

Der Band (DIN A4, 21 x 29,7 cm) enthält über 60 Schwarzweißaufnahmen aus dem Jahr 1992, teilweise in doppelseitigem Format. Aber auch kleinformatige Bilder (darunter von Hand eingeklebte Originalabzüge) bringen durch die kunstvolle Gestaltung ihr Motiv ausdrucksstark zur Geltung. Der Autor hat den Band, der mit großem handwerklichen Geschick hergestellt ist, im Eigenverlag veröffentlicht. Die Professionalität, mit der das Werk daherkommt, stellt manchen Bildband großer Verlage in den Schatten. Hier strahlt die Liebe zur Sache (d.h. zum fotografischen und bibliografischen Handwerk und zum Motiv) auf jeder Seite dem Betrachter entgegen.

Das Buch ist zum Preis von 58,- € beim Autor über seine Website erhältlich. Angesichts der künstlerischen und handwerklichen Qualität des Bildbands ist dieser Preis nicht zu hoch.

Hier einige Eindrücke aus dem Band (Klick öffnet neues Fenster) – die Abbildungen geben nur einen unvollkommenen Eindruck von der Schönheit der Fotografien.


Auf seiner Website bietet Johannes Groht weitere hochwertige Bildbände an


Johannes Groht: Bardou
      Eindrücke aus dem Band (Klick öffnet neues Fenster)
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Donnerstag,
4. Juli 2019
In Lybien wurde gestern ein Flüchtlingslager bombardiert, mindestens 44 Menschen wurden getötet, mehr als 130 schwer verletzt ( Bericht im DLF).

Die politische Lage im Land ist äußerst verworren (siehe den aktuellen Wikipedia-Eintrag). Vor kurzem hat die Gruppe um den General Chalifa Haftar eine Offensive gegen die international anerkannte (was keineswegs heißt: vertrauenswürdige) Regierung des Ministerpräsidenten Fayiz as-Sarradsch in Tripolis gestartet. Es liegt nahe, dass im Zuge dieser Offensive auch das Flüchtlingslager angegriffen wurde – angegriffen, nicht versehentlich bombardiert. Von Seiten der UN wird nämlich berichtet, man habe beiden Seiten die Koordinaten des Lagers mitgeteilt, gerade um versehentliche Bombardements zu verhindern. Und was tun die Verbrecher? Sie nutzen diese Koordinaten dazu, um die Familien (Kinder, Frauen, Männer) im Lager gezielt abzuschießen.

Die Schlechtigkeit der Menschen ist abgrundtief.


Nachtrag: Die UNO hat den Angriff zwar als Kriegsverbrechen bezeichnet, im UN-Sicherheitsrat aber kam eine Verurteilung nicht zustande, da die USA ihre Zustimmung dazu verweigerten ( Bericht im DLF). Auch hier sitzen also Verbrecher.
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