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  Zeichnung: Wilhelm Busch


Dienstag,
21. Januar 2020
Die alten Tagebücher (49)

8. Dezember 1980

Auf die Schwierigkeiten, die das Leben im verschneiten Moor mit sich bringt, setzt die Bürokratie noch eins drauf.
(...)
Amtsschimmelgeschichte: Wir hatten unser Auto - unser Schiff - am 26. September bei der Zulassungsstelle in Bad Aibling angemeldet, das Kennzeichen RO-KC 155 dafür erhalten. Der Steuerbescheid lautete über 288,- Mark fürs Jahr, fällig am 20.10. (oder 26.10., genau war der handschriftliche Eintrag nicht lesbar). C. überwies den Betrag am 23. Oktober von Hamburg aus von ihrem Konto. Kurz danach kam eine Steuermahnung vom Finanzamt Rosenheim an. Da sich Einzahlung und Mahnung offensichtlich gekreut hatten, haben wir natürlich nicht darauf reagiert. Ca. drei Wochen später kam dann eine zweite Mahnung, das Fahrzeug sei nicht versteuert, Drohung mit der Zwangsstillegung etc. Da ruf ich dann im Finanzamt an: Ja, da sei ein Betrag von DM 288,- eingegangen, aber der Name würde nicht stimmen (das Auto ist auf meinen Namen zugelassen, und C. hatte die Überweisung ausgestellt, das Kennzeichen war natürlich vermerkt!) Wenn ich, der Halter, also erklären würde, die Überweisung, die in einem anderen Namen getätigt worden war (man wusste am Telefon sofort, dass da Geld eingegangen war, und auch C.s Namen), sei das in Ordnung, dann bestünden keine Probleme mehr. Wieder drei Wochen später, als C. ihre Post aus Hamburg nachgeschickt kriegt, ist da auch ein Brief von ihrer Bank dabei, der ein Schreiben des Rosenheimer Finanzamts enthält, in dem dieses den Erhalt von DM 288,- bestätigt, dazu das Kennzeichen (RO-KC 155) angibt, mit dem Vermerk: "Kennzeichen stimmt nicht", und offenbar so tut, als sei da Geld eingegangen, mit dem man nicht wisse, wohin.

Ich habe ja Verwaltungsbeamte schon immer für leicht beschränkt gehalten, aber diese Geschichte könnte mich tatsächlich aufregen, wenn ich mir vorstelle, ich würde Steuern bezahlen, von denen solche Gehirnamputierte leben. (...)

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Sonntag,
12. Januar 2020
Lange habe ich darauf gewartet, dass von verantwortlicher Seite in der Politik einmal ein klares Wort zum Thema Dumpingpreise bei Lebensmitteln kommt. Siehe auch meine Beiträge vom

    16.11.15
    22.12.15
    12.2.16

In einem Interview hat die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner die Preispolitik der Supermärkte beim Fleisch angeprangert (CDU), siehe Dlf-Nachrichten von heute. Was meint sie damit?


Hier Beispiele aus den aktuellen Prospekten:

 
Edeka ("Supergeile Preise") Aldi Süd ("Meine Metzgerei") REWE ("Genau das Richtige für alle Fleischliebhaber") Lidl ("Lidl lohnt sich")
Edeka ("Supergeile Preise") Aldi Süd ("Meine Metzgerei") REWE ("Genau das Richtige für alle Fleischliebhaber") Lidl ("Lidl lohnt sich")
   
 

Solange die deutschen Verbraucher Fleisch (und andere Lebensmittel) als Wegwerfartikel betrachten, wird sich wenig ändern, weder bei den obszönen Angeboten der Supermärkte und Discounter, noch bei den bekanntermaßen mafiösen Zuständen in der fleischverarbeitenden Industrie.

Eigentlich müsste jedem denkenden Menschen klar sein, dass zu diesen Preisen weder eine einigermaßen artgerechte Tierhaltung, noch ein menschenwürdiges Einkommen der Landwirte noch ein solches der Mitarbeiter im verarbeitenden Gewerbe möglich ist. Ist das den Menschen egal? Offenbar. Wenn jetzt eine Ministerin das Wort ergreift, scheint das Thema immerhin oben angekommen zu sein.

Ja, Leute, auch ihr habt's in der Hand, die Dinge zu ändern: kauft Qualität (am besten Bio), kauft regional (am besten beim Bauern), kauft saisonal, esst weniger Fleisch (dazu rät euch auch der Doktor).

Leider scheinen sich nicht mehr als 20 Prozent der Bevölkerung angesprochen zu fühlen. Dem Rest (der gern Dreck frisst) muss mit Gesetzen nachgeholfen werden. Tun Sie endlich etwas, Frau Minister, mit schönen Worten anlässlich der Grünen Woche (bei der man sich als Politikerin gut in Szene setzen kann) ist niemandem geholfen.
   
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Freitag,
10. Januar 2020
Und auch zum Neuen Jahr ein Gedicht, von Heinz Erhardt



  Aus: Heinz Erhardt, Noch'n Gedicht   © www.imm-photo.de
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